Radonvorsorgegebiete

Festlegung von Radonvorsorgegebieten für Baden-Württemberg: Ausgehend von Messdaten wurde eine Prognose für die Radonverfügbarkeit erstellt. Auf Basis dieser Prognose und mit weiteren Kriterien wurden Radonvorsorgegebiete festgelegt.

  • Das Umweltministerium hat zum Schutz vor Radon 29 Gemeinden als Radonvorsorgegebiete festgelegt.
  • In Radonvorsorgegebieten gelten besondere Anforderungen für Neubauten und an Arbeitsplätzen.
  • Radon kann aber auch außerhalb der Vorsorgegebiete auftreten.

Was sind Radonvorsorgegebiete? 

Radon ist im Untergrund nicht gleichmäßig verteilt. Es gibt Gebiete, in denen aufgrund von Geologie und Bodenbeschaffenheit mehr Radon entsteht, welches in Gebäude eindringen und sich darin ansammeln kann. Diese Gebiete sind laut Strahlenschutzgesetz als Radonvorsorgegebiete festzulegen. Danach sind die Länder verpflichtet, Gebiete zu ermitteln und festzulegen, in denen "in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden" mit einer Überschreitung des gesetzlichen Referenzwertes für das radioaktive Gas Radon zu rechnen ist. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat 29 Gemeinden als Radonvorsorgegebiete festgelegt. In diesen Gebieten ist der Schutz vor Radon besonders wichtig. Aber auch außerhalb von Radonvorsorgegebieten ist das Thema Radon relevant.

In Radonvorsorgegebieten wird erwartet, dass in 10 von 100 Gebäuden der Radon-Referenzwert in Aufenthaltsräumen oder an Arbeitsplätzen überschritten ist.
In Radonvorsorgegebieten wird erwartet, dass in 10 von 100 Gebäuden der Radon-Referenzwert in Aufenthaltsräumen oder an Arbeitsplätzen überschritten ist.
Bundesweit geht man davon aus, dass in 3 von 100 Gebäuden Radonmengen vorkommen, die über dem Radon-Referenzwert liegen.
Bundesweit geht man davon aus, dass in 3 von 100 Gebäuden Radonmengen vorkommen, die über dem Radon-Referenzwert liegen.

Wo sind Radonvorsorgegebiete? 

Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat 29 Gemeinden im südlichen und mittleren Schwarzwald als Radonvorsorgegebiete ermittelt und festgelegt. In der nachfolgenden Aufklapp-Liste können Sie sich mit einer Tabelle der Gemeinden und Kartendarstellungen einen Überblick über alle Radonvorsorgegebiete in Baden-Württemberg verschaffen.

Landkreis Gemeindekennziffer Gemeinde
Breisgau-Hochschwarzwald  8315014 Bollschweil
Breisgau-Hochschwarzwald  8315056 Horben
Breisgau-Hochschwarzwald  8315130 Münstertal
Breisgau-Hochschwarzwald  8315084 Oberried
Breisgau-Hochschwarzwald  8315102 Schluchsee
Lörrach 8336004 Aitern
Lörrach 8336010 Böllen
Lörrach 8336025 Fröhnd
Lörrach 8336106 Häg-Ehrsberg
Lörrach 8336107 Kleines Wiesental
Lörrach 8336079 Schönau im Schwarzwald
Lörrach 8336080 Schönenberg
Lörrach 8336087 Todtnau
Lörrach 8336089 Tunau
Lörrach 8336090 Utzenfeld
Lörrach 8336094 Wembach
Lörrach 8336096 Wieden
Lörrach 8336103 Zell im Wiesental
Ortenau 8317039 Gutach (Schwarzwaldbahn) 
Rottweil 8325036 Lauterbach
Rottweil 8325051 Schiltach
Schwarzwald-Baar 8326055 Schonach
Waldshut 8337027 Dachsberg
Waldshut 8337045 Häusern
Waldshut 8337049 Herrischried
Waldshut 8337059 Ibach
Waldshut 8337090 Rickenbach
Waldshut 8337097 Sankt Blasien
Waldshut 8337108 Todtmoos

 

Die hier gezeigte Karte soll einen Überblick über die Lage der Radonvorsorgegebiete in Baden-Württemberg geben. Eine interaktive deutschlandweite Kartendarstellung von Radonvorsorgegebieten, Radonwerten ist über das Geoportal des Bundesamts für Strahlenschutz zugänglich.

Kartendarstellung von Baden-Württemberg mit Radonvorsorgegebieten im südlichen und mittleren Schwarzwald.

Welche Auswirkungen haben Radonvorsorgegebiete? 

In Radonvorsorgegebieten wird besonderes Augenmerk auf den Schutz vor Radon gelegt. Bei neuen Gebäuden muss in diesen Gebieten von vornherein ein besserer Schutz eingeplant werden. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind in Radonvorsorgegebieten verpflichtet, an Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss Radonmessungen durchzuführen. Falls erforderlich müssen Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten durchgeführt werden.

Bei der Planung von Neubauten müssen Maßnahmen getroffen werden, die einen Zutritt von Radon aus dem Baugrund in das Gebäude von vornherein verhindern oder zumindest erheblich erschweren. Innerhalb von Radonvorsorgegebieten muss zudem mindestens eine zusätzliche Anforderung an den Radonschutz erfüllt werden. Genauere Informationen zu den Regelungen bei Neubauten finden Sie hier.

Nachfolgend ist eine Übersicht über die Pflichten von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern – genauer den Verantwortliche für Arbeitsplätze – gezeigt. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite "Wissenswertes für ArbeitgeberInnen".

Stufenmodell der Pflichten des Verantwortlichen für Arbeitsplätze. 1. Pflicht für Erstmessung an Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss eines Gebäudes im Radonvorsorgegebiet. Abschluss der Messung innerhalb von 18 Monaten nach Beginn der Pflicht. 2. Maßnahmen und Erfolgskontrolle innerhalb 24 Monaten nach Erstmessung. 3. Anmeldung der Arbeitsplätze und Expositionsabschätzung. 4. Anforderungen des beruflichen Strahlenschutzes erfüllen.

Wie werden Radonvorsorgegebiete festgelegt? 

Bei der Ermittlung der Radonvorsorgegebiete hat das Umweltministerium alle 1.001 Gemeinden in Baden-Württemberg berücksichtigt. Zum 15.06.2021 hat das Umweltministerium 29 Radonvorsorgegebiete auf der Ebene von Gemeinden per Allgemeinverfügung festgelegt. Diese Festlegung beruht auf einer Vorhersage des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) und einer zusätzlichen Betrachtung der geochemischen Karte für Uran in Gesteinen, aus denen das Radon stammt. Zudem wird die Größe der Gemeinden berücksichtigt. Die Festlegungen der Radonvorsorgegebiete werden überprüft und können sich mit der Zeit ändern. Weitere Details sind auf der Seite des Umweltministeriums beschrieben.

Grundlage für die Ausweisung der Radonvorsorgegebiete in Baden-Württemberg ist eine Vorhersage des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) über die Verfügbarkeit von Radon im Boden. Die Vorhersage basiert unter anderem auf Messungen von Radon im Boden und in Gebäuden. Das Ergebnis ist eine Karte mit Vorhersagewerten der Radonverfügbarkeit (geogenes Radonpotential) für Flächen von 10 Kilometer mal 10 Kilometer.

Das Kriterium 1 gilt als erfüllt, wenn auf mindestens dreiviertel der Grundfläche einer Gemeinde in mindestens 10 Prozent der Gebäude erhöhte Radonwerte zu erwarten sind.

Prognosekarte von Baden-Württemberg für die Radonverfügbarkeit, also das geogene Radonpotential, also die Radonverfügbarkeit. Insbesondere im Schwarzwald ist die Radonverfügbarkeit erhöht.

 

Die Prognose des Bundesamtes für Strahlenschutz bildet den aktuellen Stand der Erkenntnisse ab. Sie unterliegt einer permanenten Validierung und Weiterentwicklung, basierend auf neuen Daten und neuen Verfahren. Prognosen sind immer mit Unsicherheiten verbunden.
In Regionen, in denen keine oder nur wenige Messwerte vorliegen, kann es bundesweit zu deutlichen Unterschieden zwischen der Prognose und der wirklichen Situation kommen.
Die Karte zeigt die regional zu erwartende Situation in einem groben Raster. Aussagen zu einzelnen Gebäuden oder Grundstücken können daraus nicht abgeleitet werden, da die für die Prognose verwendeten Parameter lokal stark variieren können.

Für Baden-Württemberg wurde die Vorhersage des BfS mit der geochemischen Karte für die Verteilung von Uran im Boden als Quelle für Radon abgeglichen. Diese geochemische Karte für Uran liegt in einer besseren flächenmäßigen Auflösung als die Karte der Radonverfügbarkeit (aus Kriterium 1) vor. Dadurch wird eine Festlegung auf der Ebene von Gemeinden möglich.

Das Kriterium 2 gilt als erfüllt, wenn die Urankarte Baden-Württemberg für mindestens Dreiviertel der Grundfläche einer Gemeinde angibt, dass die Urangehalte im Untergrund der Gemeinde 10 Milligramm pro Kilogramm Gestein oder mehr betragen.

Karte von Baden-Württemberg mit dem Urangehalt des 90. Perzentils im Gestein. Unter anderem im Schwarzwald treten im landesweiten Vergleich erhöhte Werte von über zehn Milligramm pro Kilogramm auf.

Eine Mindestgröße von 25 Quadratkilometern für auszuweisende Radonvorsorgegebiete beugt Fehleinschätzungen bei kleinen Gemeinden vor.

Das Kriterium 3 gilt als erfüllt, wenn eine einzelne Gemeinde oder mehrere zusammenhängende Gemeinden die Kriterien 1 und 2 erfüllen und eine Grundfläche von mehr als 25 Quadratkilometern umfassen.