Rechtliche Vorschriften

Gesetzliche Regelungen zum Schutz vor Radon

  • Das Strahlenschutzgesetz legt einen Radon-Referenzwert von 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft fest
  • Für Arbeitsplätze sowie für die Errichtung von Neubauten ergeben sich gesetzliche Pflichten
  • Radon zu messen ist für jedes Gebäude zu empfehlen

 

Das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) enthalten Regelungen zum Schutz vor Radon in dauerhaften Aufenthaltsräumen (z.B. in Wohnräumen) und zum Schutz vor Radon an Arbeitsplätzen. In beiden Fällen gilt ein Referenzwert für die Radonmenge in den Räumen. Der Referenzwert dient als Maßstab dafür, ob Schutzmaßnahmen ergriffen werden sollten.

Der Referenzwert für den Schutz vor Radon liegt bei 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Atemluft bezogen auf ein Jahr (durchschnittlicher Wert über einen Zeitraum von 12 Monaten).

Sofern der Radonwert mit einfachen Mitteln noch weiter abgesenkt werden kann, sollte dies getan werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für den Gesundheitsschutz einen Referenzwert von 100 Becquerel Radon pro Kubikmeter Atemluft. In manchen Regionen entsteht jedoch so viel Radon im Untergrund, dass es eine bautechnische Herausforderung ist, diesen Wert einzuhalten. Im Strahlenschutzgesetz wurde daher die Forderung der WHO übernommen, 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft nicht zu überschreiten.

Was ist zu beachten?

Für bestehende Gebäude, in denen es ausschließlich Aufenthaltsräume gibt (keine Arbeitsplätze), gibt es nach dem Strahlenschutzrecht keine Pflicht, Radon zu messen oder Radonschutzmaßnahmen zu ergreifen.

Für einen langfristigen Gesundheitsschutz ist es aber auch in diesen Gebäuden zu empfehlen, Radon zu messen.

Das Strahlenschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, an bestimmten Arbeitsplätzen die Radonkonzentration in der Luft zu messen. Dazu gehören

  • untertägige Bergwerke, Schächte und Höhlen, einschließlich Besucherbergwerke,
  • Anlagen der Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserverteilung sowie
  • Radonheilbäder und Radonheilstollen

Des Weiteren besteht eine Messpflicht an Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss von Gebäuden, die sich in sogenannten Radonvorsorgegebieten befinden.

Wird der Referenzwert an solchen Arbeitsplätzen überschritten, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Radonmenge in den Räumen zu senken. Mehr Informationen zu Regelungen an Arbeitsplätzen finden Sie hier.

Bei der Planung von Neubauten müssen Maßnahmen getroffen werden, die einen Zutritt von Radon aus dem Baugrund in das Gebäude von vornherein verhindern oder zumindest erheblich erschweren. Innerhalb von Radonvorsorgegebieten muss zudem mindestens eine zusätzliche Anforderung an den Radonschutz erfüllt werden. Genauere Informationen zu den Regelungen bei Neubauten finden Sie hier.

Bis zum 31.12.2020 werden deutschlandweit Gebiete ausgewiesen, in denen besonders häufig hohe Radonkonzentrationen in Gebäuden erwartet werden. In den Radonvorsorgegebieten gelten besondere Regeln für den Radonschutz.

Die Gebiete werden von den zuständigen Behörden der Länder innerhalb der bestehenden Verwaltungsgrenzen festgelegt (z.B. Landkreis- oder Gemeindegrenzen). Um eine ausreichende Datengrundlage für die Ausweisung der Gebiete sicherzustellen, führt das Land Baden-Württemberg an ausgewählten Orten Radonmessungen durch.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat für die anstehenden Gebietsausweisungen ein mathematisches Verfahren entwickelt, mit dem die Gebiete mit besonderer Radonsituation und erwartet höherer Betroffenheit statistisch prognostiziert werden können. Auf dieser Basis hat die Bundesregierung für Baden-Württemberg abgeschätzt, dass im Land ca. 10 Prozent der Gemeinden von einer Gebietsausweisung betroffen sein könnten.

Der Radonmaßnahmenplan informiert über die geplanten Maßnahmen von Bund und Ländern zum Schutz vor Radon in Deutschland. Sie können den Radonmaßnahmenplan auf der Seite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit herunterladen.